Erst mal die ehrliche Version: Was du sparst, hängt weniger vom Strompreis ab als davon, was mit dem Auto passiert. Bleibt es in der Einfahrt stehen, sparst du vor allem Sprit. Fallen auch Parkgebühren oder gleich der Zweitwagen weg, wird es schnell deutlich mehr. Wir haben eine typische Pendelstrecke durchgerechnet – 7,5 km einfach, 3.000 km im Jahr – und auch das mitgenommen, was in solchen Rechnungen gern fehlt: Regen, Laden und die Frage, wo der Roller bei der Arbeit steht.
Wie viel sparst du mit dem E-Scooter statt Auto?
Lässt du das Auto stehen und pendelst mit dem E-Scooter, bleiben dir netto rund 275–345 € im Jahr: der Sprit minus Strom, Verschleißteile und Versicherungsplakette. Mit einem E-Bike, das du selbst pflegst, landest du bei rund 340–370 €, denn ein Pedelec braucht keine Plakette. Gutes Geld, aber nicht die „Tausende Euro im Jahr“, die man manchmal liest. Die großen Beträge stecken woanders:
- Parken. Zahlst du am Arbeitsplatz oder in der Innenstadt fürs Parken, kann dieser Posten schnell größer sein als der Sprit.
- Ein Auto weniger. Kommt der Haushalt mit einem Auto statt zwei aus, fallen für eines auch Versicherung, Kfz-Steuer und Wertverlust weg. Beim ADAC machen allein Fixkosten und Wertverlust schon bei einem Kleinwagen gut 300 € im Monat aus – dazu gleich mehr.
Sprit, Strom und Verschleiß: die Kosten pro Jahr
| Posten | Pro Jahr | So gerechnet |
|---|---|---|
| Auto: Sprit | rund 425 € | 6 l/100 km, 2,35 €/l |
| E-Scooter: Strom | rund 19 € | 15 Wh/km, 0,39 €/kWh |
| E-Bike: Strom | rund 13 € | 10 Wh/km, 0,39 €/kWh |
| E-Scooter: Verschleiß | rund 40–70 € | 1 Reifen + 1 Satz Beläge |
| E-Scooter: Plakette | 19–60 € | Haftpflicht laut Finanztip |
| Du sparst netto: E-Scooter | rund 275–345 € | Sprit – Strom – Verschleiß – Plakette |
| Du sparst netto: E-Bike | rund 340–370 € | Sprit – Strom – Verschleiß |
Die Rechnung gilt für 3.000 km im Jahr: 7,5 km einfach an 200 Arbeitstagen. Beim Sprit rechnen wir mit 6 Litern auf 100 km und 2,35 € pro Liter Super, dem deutschen Durchschnitt inklusive Steuern laut Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission vom 21. September 2026. Das sind gut 14 € pro 100 km. Tankst du E10, wird es etwas günstiger: Laut ADAC kostete der Liter am 22. September im Schnitt 2,267 €, das spart auf unserer Strecke rund 15 € im Jahr. Der geplante Tankrabatt von knapp 17 Cent pro Liter gilt nur von Oktober bis Dezember und bringt hier keine 10 €.
Beim Strom nehmen wir den Eurostat-Durchschnitt für deutsche Haushalte im zweiten Halbjahr 2025, rund 0,39 €/kWh, plus 10 Prozent Ladeverluste – genauso wie im Ratgeber Was kostet es, einen E-Scooter zu laden? Die Verschleißteile sind ein Rechenbeispiel mit Preisen aus unserem Sortiment im September 2026. Beim E-Scooter kommt jedes Jahr die Versicherungsplakette dazu. Die Kfz-Haftpflicht dafür kostet laut Finanztip 19 bis 60 € im Jahr, und genau diese Spanne ziehen wir ab – mehr dazu im Ratgeber zur E-Scooter-Versicherung.
Autokosten: was wegfällt und was bleibt
An den Sprit denkt jeder zuerst, dabei ist er selten der größte Posten. Teil die Autokosten in zwei Stapel:
- Was du sparst, wenn das Auto stehen bleibt: Sprit und Parkgebühren. Reifen und Werkstatt verschleißen mit den Kilometern, also werden auch sie etwas günstiger.
- Was du trotzdem zahlst: Versicherung, Kfz-Steuer und den größten Teil des Wertverlusts. Der Wertverlust ist laut ADAC-Autokostenrechnung der größte Posten – und der verschwindet nur, wenn das Auto verschwindet.
Wie viel das ist, zeigt die ADAC-Kostenübersicht für Frühjahr/Sommer 2026, gerechnet für einen Neuwagen über fünf Jahre und 15.000 km im Jahr:
- VW Polo 1.0: rund 537 € im Monat oder 43 Cent pro Kilometer. Davon sind 113 € Fixkosten (Versicherung, Kfz-Steuer, HU und Co.) und 216 € Wertverlust.
- VW Golf 1.5 TSI: rund 674 € im Monat oder 54 Cent pro Kilometer, davon 116 € Fixkosten und 340 € Wertverlust.
Zum Vergleich: Der Sprit für unsere Pendelstrecke kostet gut 14 Cent pro Kilometer. Behältst du das Auto, bleiben Fixkosten und der größte Teil des Wertverlusts. Schafft ihr den Zweitwagen ab, fallen genau diese Posten weg – beim Polo aus der ADAC-Tabelle wären das rund 3.950 € im Jahr.
Und die Pendlerpauschale? Die hängt nicht am Auto: Die Entfernungspauschale gibt es pro Arbeitstag und vollem Entfernungskilometer, egal womit du fährst, mit 0,38 € ab dem ersten Kilometer. Bei 7,5 km sind das 7 km × 0,38 € × 200 Tage = 532 € im Jahr und damit weniger als der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 €, den das Finanzamt ohnehin ansetzt. Bei dieser Strecke ändert der Umstieg an der Steuer also nichts.
Wann hat sich E-Scooter oder E-Bike bezahlt gemacht?
Hier rechnen wir nur mit dem Sprit minus Strom und Verschleiß, beim E-Scooter auch minus Versicherungsplakette. Parken lassen wir weg. Für den E-Scooter nehmen wir die Preisspanne von Modellen für die Straße: Die zehn E-Scooter im ADAC-Test 2026, alle auf die in Deutschland vorgeschriebenen 20 km/h ausgelegt, kosteten 499 bis 799 €. Beim E-Bike ist es die übliche Preislage von Pedelecs in unserem Sortiment im Oktober 2026, mit demselben Verschleißbudget wie beim E-Scooter.
| Fahrzeug | Anschaffung | Bezahlt nach |
|---|---|---|
| E-Scooter mit ABE | 500–800 € | rund 1,5–3 Jahren |
| E-Bike (Pedelec) | 1.150–1.420 € | rund 3–4 Jahren |
Ehrlich gesagt: Das E-Bike ist kein schnelles Geschäft, wenn es sich nur über den Sprit rechnen soll. Sobald es aber mehr ersetzt – das Parkticket, das Deutschlandticket oder den Zweitwagen –, ist es die einfache Wahl. Es schafft längere Strecken und Steigungen, hat oft einen Gepäckträger für den Einkauf, und Bewegung gibt es gratis dazu.
Beim E-Scooter verschleißen vor allem Reifen und Bremsbeläge. Bei uns kostet ein Reifen für ein übliches 8- bis 10-Zoll-Modell meist 27–40 €, ein Schlauch 16–18 € und Bremsbeläge 14–31 €. Wie oft du tauschst, hängt von Fahrweise und Strecke ab. Für Fahrrad-Scheibenbremsen nennt der ADAC bis zu 5.000 km pro Belagsatz, ein Satz pro Jahr ist bei 3.000 km also großzügig gerechnet. Achte auf den Reifendruck, er beeinflusst Reichweite und Verschleiß. Mehr Tipps stehen im Ratgeber E-Scooter Reichweite erhöhen.
Du fährst bisher mit Bus und Bahn?
Dann sieht die Rechnung ganz anders aus – und hier ist das E-Bike oft ein Volltreffer. Das Deutschlandticket kostet 63 € im Monat, also 756 € im Jahr. Ein E-Bike für 1.150–1.420 € kostet damit so viel wie 18 bis 23 Monatstickets, ein E-Scooter mit ABE für 500–800 € so viel wie 8 bis 13. Ersetzt das E-Bike das Ticket komplett, hat es sich nach rund zwei Jahren bezahlt gemacht, Strom und Verschleiß schon eingerechnet.
Aber rechne ehrlich: Wer an Regen- und Glättetagen doch Bahn fährt, braucht trotzdem Tickets. Praktisch ist, dass das Deutschlandticket monatlich kündbar ist – du kannst es also nur für die Wintermonate buchen.
Und in Österreich?
Dort kostet das KlimaTicket Ö Classic 1.400 € im Jahr, daneben gibt es regionale Tickets der Bundesländer. Sprit war am 21. September mit 1,93 € pro Liter Super deutlich günstiger als in Deutschland, für 3.000 km sind das rund 345 €.
Fahrzeit, Regen und Winter
- Fahrzeit: Mit 20 km/h brauchst du für 7,5 km gut 22 Minuten, plus Ampeln und Kreuzungen. Das E-Bike unterstützt bis 25 km/h. Laut ADFC sind Radfahrende in der Stadt auf bis zu fünf Kilometern schneller als alle anderen, mit dem Pedelec sogar auf bis zu zehn. Vergleich ehrlich mit der Autofahrt von Tür zu Tür, mit Stau, Parkplatzsuche und dem letzten Stück zu Fuß.
- Bewegung: Auf dem E-Scooter stehst du. Beim E-Bike bestimmst du selbst, wie viel der Motor hilft. In einer kleinen norwegischen Studie mit acht Pendlern waren die E-Bike-Fahrer 95 Prozent der Zeit mit mindestens mäßiger Intensität unterwegs. Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten mäßige Bewegung pro Woche – 25 Minuten pro Weg an fünf Tagen sind 250 Minuten.
- Regen: Meist ist nicht der Regen das Problem, sondern das Spritzwasser von der Straße. Schutzbleche und Regenkleidung, die im Büro hängen bleibt, helfen viel. Der ADFC rät zum Zwiebelprinzip und zu leichter Regenkleidung, die klein verpackt in die Tasche passt, plus Überschuhen für trockene Füße. Wie viel Nässe dein Fahrzeug verträgt, verrät die IP-Schutzklasse – mehr dazu im Ratgeber E-Scooter bei Regen.
- Kälte: Bei Minusgraden sinken Leistung und Reichweite des Akkus. Der ADAC rät, den Akku mit ins Warme zu nehmen, etwa ins Büro, und ihn erst zu laden, wenn er Zimmertemperatur hat. Unsere Faustregel: Plane im Sommer mit 50–70 Prozent der angegebenen Reichweite, im Winter mit weniger.
- Glätte und Rollsplitt: Kleine Räder reagieren empfindlich auf Schotter und Unebenheiten, laut ADAC rollt ein E-Scooter umso stabiler, je größer die Räder sind. Fahr langsamer, wenn der Belag schlecht ist. Die großen Räder des E-Bikes rollen ruhiger über Unebenheiten.
Ein realistischer Plan: fahren, solange die Straßen frei sind, und in den schlimmsten Winterwochen Bus, Bahn oder Auto als Reserve nutzen.
Abstellen, Laden und Gepäck bei der Arbeit
- Abstellen: Frag, ob du den zusammengeklappten E-Scooter mit reinnehmen darfst, etwa unter den Schreibtisch, ins Lager oder in den Fahrradraum. Steht er draußen, schließ den Rahmen mit einem stabilen Schloss an etwas Festem an. Lässt sich der E-Bike-Akku abnehmen, nimm ihn mit rein. Mehr dazu im Ratgeber E-Scooter Diebstahlschutz.
- Laden: Im ADAC-Test schafften alle zehn E-Scooter unter realistischen Bedingungen 34 bis 48 km, genug für 15 km am Tag, ohne im Büro zu laden. Willst du doch bei der Arbeit laden, frag vorher: Laut ADFC ist das Laden privater E-Bikes beim Arbeitgeber bis Ende 2030 steuerfrei, die Erlaubnis brauchst du trotzdem. Mit einem zweiten Ladegerät, das im Büro bleibt, musst du keins hin- und herschleppen. Eine volle Ladung kostet je nach Akku rund 12 bis 32 Cent.
- Gepäck: Ein Rucksack geht, wird aber warm. Am E-Bike hängt die Tasche besser am Gepäckträger, für den E-Scooter gibt es Taschen für Lenker oder Rahmen. Häng nicht zu viel Gewicht an den Lenker, das beeinflusst die Lenkung.
Mit Bus und Bahn kombinieren
Wohnst du zu weit weg, um die ganze Strecke zu fahren, kannst du mit dem E-Scooter zum Bahnhof und von dort mit dem Zug weiter. Aber Achtung: Viele Verkehrsbetriebe haben die Mitnahme von E-Scootern verboten, etwa in Hamburg, München, Köln, Düsseldorf und Leipzig, wegen der Brandgefahr der Akkus. Im Fernverkehr der Bahn darf ein zusammengeklappter E-Scooter dagegen kostenlos als Handgepäck mit, den Akku darfst du unterwegs aber weder laden noch herausnehmen. Prüf die Regeln deines Verkehrsverbunds, bevor du es zur Gewohnheit machst. Denk auch ans Gewicht: Laut ADAC wiegen E-Scooter je nach Modell 10 bis 25 kg, ab etwa 15 kg wird das Tragen anstrengend. Ein E-Bike mitzunehmen ist schwieriger, und die Fahrradmitnahme ist im Deutschlandticket nicht enthalten. Oft ist es einfacher, es am Bahnhof gut anzuschließen. Wie die Mitnahme am Bahnsteig und im Zug klappt und welche Städte E-Scooter verbieten, steht in unserem Ratgeber E-Scooter in Bus und Bahn mitnehmen.
Was solltest du zuerst kaufen?
Fang mit dem Fahrzeug an und wähl nach deinem Weg:
- Mehr als ein paar Kilometer, Steigungen oder etwas zu tragen: ein E-Bike. Für den normalen Arbeitsweg ist es die einfache Wahl: Du trittst, der Motor hilft, und es schafft fast alles. Muss es in einen kleinen Flur oder Keller passen, gibt es klappbare E-Bikes. Den passenden E-Bike-Typ für deinen Arbeitsweg grenzt du mit unserem Ratgeber Welches E-Bike kaufen? in sieben Fragen ein. Welcher Fahrradtyp zu deinem Alltag passt, erklärt der ADAC im Ratgeber Welches Fahrrad passt zu mir?
- Kurzer Weg auf glattem Asphalt oder ein Stück mit dem Zug: ein leichter, klappbarer E-Scooter. Schau bei unseren E-Scootern für Stadt und Pendler – was auf der Straße gilt, steht in unserem Überblick E-Scooter Regeln in Deutschland. Vor dem Kauf lohnt die Kaufberatung des ADAC: gute Bremsen an beiden Rädern und unbedingt eine Probefahrt.
Unsicher? Wir vergleichen beide Punkt für Punkt im Ratgeber E-Scooter oder E-Bike. Danach kommt die Ausrüstung, ungefähr in dieser Reihenfolge:
- Helm, der gut sitzt – siehe unsere Helme.
- Schloss, mit dem du an etwas Festem anschließen kannst – siehe unsere Schlösser.
- Regenkleidung und Schutzbleche, falls das Fahrzeug keine hat.
- Pumpe und Flickzeug, damit dich ein Platten nicht auf dem Weg zur Arbeit stoppt.
- Tasche, die zu dem passt, was du trägst.
So rechnest du deinen eigenen Arbeitsweg
- Strecke pro Jahr: einfacher Weg × 2 × Arbeitstage.
- Sprit: km pro Jahr ÷ 100 × Verbrauch in Litern pro 100 km × Literpreis.
- Strom: km pro Jahr × 0,015 kWh pro km (E-Scooter) oder 0,010 kWh pro km (E-Bike) × 1,1 × dein Strompreis.
- Verschleiß und Service: ein paar Dutzend Euro im Jahr für Reifen und Beläge, mehr mit Werkstatt; beim E-Scooter plus Versicherungsplakette, 19–60 € im Jahr.
- Was wegfällt: Parkgebühren, wenn du heute welche zahlst, und das ganze Auto, wenn es verkauft werden kann.
Beispiel: 10 km einfach an 200 Tagen sind 4.000 km. Der Sprit kostet dann rund 565 €, der Strom für einen E-Scooter rund 26 €. Ein häufiger Fehler ist, nach der Reichweite im Datenblatt zu planen – rechne mit Reserve für den ganzen Heimweg. Fragen dazu, welches Modell zu deinem Weg passt? Schreib unserem Kundenservice.







