Einen E-Scooter zu laden kostet weniger als ein Kaffee im Monat – wie viel genau, hängt von der Akkugröße, deinem Strompreis und deiner Fahrstrecke ab. Mit der Formel weiter unten rechnest du das für deinen eigenen Arbeitsweg aus.
E-Scooter laden: Was kostet es?
Einen typischen E-Scooter (275–550 Wh) einmal von leer auf voll zu laden, kostet etwa 0,12–0,23 €, ein E-Bike (500–750 Wh) 0,21–0,32 € – beim durchschnittlichen Strompreis in Deutschland von 0,39 €/kWh inklusive Ladeverlusten. Das sind rund 0,64 € pro 100 km mit dem E-Scooter und 0,43 € mit dem E-Bike, also 13–32 € im Jahr bei 3.000 km. Allein das Benzin für dieselbe Strecke kostet rund 425 €.
So berechnest du die Ladekosten für E-Scooter und E-Bike
Du brauchst drei Werte: die Energie des Akkus in Wattstunden (Wh), deinen Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) und einen Aufschlag für Ladeverluste.
Kosten pro Ladung = Akku (Wh) ÷ 1.000 × 1,1 × Strompreis (€/kWh)
- Die Akkukapazität in Wh steht im Datenblatt. Fehlt sie, rechnest du Spannung × Kapazität: 36 V × 15 Ah = 540 Wh. Durch 1.000 geteilt ergibt das kWh.
- Den Strompreis findest du auf deiner Stromrechnung – nimm den Gesamtpreis pro kWh, nicht nur den reinen Energieanteil. Laut Eurostat zahlten Haushalte in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 0,39 €/kWh, inklusive Netzentgelten, Steuern und Abgaben. In den Beispielen unten rechnen wir mit 0,39 €/kWh.
- Ladeverluste sorgen dafür, dass die Steckdose immer etwas mehr liefert, als in den Akku passt. Die Lithium-Ionen-Zelle selbst lädt mit rund 99 Prozent Wirkungsgrad, aber die Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom im Ladegerät und die Erwärmung des Akkus kosten Energie. Rechne mit etwa 10 Prozent – daher der Faktor 1,1 in der Formel.
Beispiel: Ein E-Scooter mit 551-Wh-Akku ergibt 0,551 × 1,1 × 0,39 = 0,23 € pro voller Ladung.
Rechenbeispiele: E-Scooter Stromverbrauch und Ladekosten
Die Tabelle zeigt, was eine volle Ladung bei einigen typischen Akkugrößen kostet und was das pro 100 km und pro Jahr bei 3.000 km bedeutet. Der Verbrauch pro Kilometer basiert auf realem Fahren im Stadtverkehr, nicht auf der Bestwertangabe des Herstellers.
| Fahrzeug (Akku) | Pro Ladung | Verbrauch | Pro 100 km | Pro Jahr (3.000 km) |
|---|---|---|---|---|
| Kompakter E-Scooter (275 Wh) | 0,12 € | ca. 15 Wh/km | 0,64 € | 19 € |
| Pendler-E-Scooter (551 Wh) | 0,23 € | ca. 15 Wh/km | 0,64 € | 19 € |
| Leistungsstarker E-Scooter (1.500 Wh) | 0,64 € | ca. 25 Wh/km | 1,06 € | 32 € |
| E-Bike (500 Wh) | 0,21 € | ca. 10 Wh/km | 0,43 € | 13 € |
| E-Bike (750 Wh) | 0,32 € | ca. 10 Wh/km | 0,43 € | 13 € |
Alle Werte sind mit 0,39 €/kWh inklusive 10 Prozent Ladeverlusten gerechnet. Mit einem günstigeren Tarif oder nächtlichem Laden im dynamischen Tarif wird es noch billiger.
Wie viel Strom verbraucht ein E-Scooter?
Entscheidend ist nicht die Akkugröße, sondern wie viel Energie du pro Kilometer verbrauchst. Ein E-Scooter braucht im Stadtverkehr typischerweise 12–18 Wh/km, ein E-Bike 8–12 Wh/km, weil du mittrittst, und ein schwerer, schneller E-Scooter 20–30 Wh/km. Die Herstellerreichweite wird unter Idealbedingungen gemessen – Segway gibt zum Beispiel für den Ninebot Max G2 E mit 551 Wh 70 km an, also knapp 8 Wh/km, gemessen mit 75 kg Fahrer, 25 °C und konstant 16 km/h. Im echten Verkehr liegt der Verbrauch meist etwa doppelt so hoch. Noch unentschlossen? Lies unseren Vergleich E-Scooter oder E-Bike.
Bei 15 Wh/km und 3.000 km pro Jahr verbraucht ein E-Scooter also rund 45 kWh. Die Ladekosten fallen damit nie ins Gewicht. Was wirklich Geld kostet, sind Kaufpreis, Verschleißteile wie Reifen und Bremsen – und der Akku. Er hält nur eine begrenzte Zahl von Ladezyklen, und ein neuer kostet mehr als viele Jahre Strom. Wie du lädst, kann für den Geldbeutel deshalb mehr ausmachen als der Strompreis.
Ladeverluste: Warum du mehr Strom zahlst, als im Akku landet
Ein 500-Wh-Akku zieht nicht genau 0,5 kWh aus der Steckdose. Das Ladegerät wandelt 230 V Wechselstrom in die Gleichspannung des Akkus um und wird dabei warm, und auch der Akku erwärmt sich durch den Ladestrom. Zusammen macht das normalerweise 5–15 Prozent aus, mit einem billigen Ladegerät oder in einer kalten Garage mehr. Nutze das Originalladegerät oder ein passendes Ladegerät für E-Scooter mit der richtigen Spannung und dem richtigen Stecker, und lass einen kalten Akku erst auf Zimmertemperatur kommen, bevor du ihn ansteckst – so vermeidest du unnötige Verluste und einen beschädigten Akku.
Ladekosten im Vergleich zu Benzin pro Kilometer
Hier wird der Unterschied deutlich. Ein Benziner mit 6 Litern auf 100 km kostet beim durchschnittlichen Preis für Super E5 in Deutschland von rund 2,35 € pro Liter inklusive Steuern (Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission, 21. September 2026) etwa 0,14 € pro km allein an Kraftstoff – rund 425 € für 3.000 km. Versicherung, Wartung, Parken und Wertverlust kommen noch hinzu.
| Verkehrsmittel | Kosten pro km | Pro 100 km | Pro Jahr (3.000 km) |
|---|---|---|---|
| E-Scooter (Strom) | ca. 0,006 € | 0,64 € | 19 € |
| E-Bike (Strom) | ca. 0,004 € | 0,43 € | 13 € |
| Benziner, nur Kraftstoff | ca. 0,14 € | 14,09 € | ca. 425 € |
Strom ist also pro Kilometer etwa 22- bis 33-mal günstiger als Benzin. Was ein Auto wirklich kostet – mit Wertverlust, Versicherung, Steuer und Werkstatt –, zeigt die ADAC-Autokostenübersicht für dein Modell.
Was du wirklich sparst, wenn das Auto stehen bleibt – Benzin, Parken, Verschleißteile und wie lange es dauert, bis sich E-Scooter oder E-Bike bezahlt machen –, rechnen wir im Ratgeber E-Scooter statt Auto durch. Du suchst einen günstigen ersten E-Scooter? Schau dir unsere günstigen E-Scooter an.
So senkst du die Ladekosten weiter
- Fahr sparsam. Eco-Modus, der richtige Reifendruck und gleichmäßiges Tempo senken den Verbrauch pro Kilometer stärker als alles andere. Alle Tipps dazu findest du in unserem Ratgeber, wie du die Reichweite deines E-Scooters erhöhst.
- Jag nicht dem billigen Nachtstrom hinterher. Mit einem dynamischen Tarif ist die Nacht oft am günstigsten, doch bei einem normalen E-Scooter geht es nur um ein paar Cent pro Ladung. Für wen sich so ein Tarif lohnt, erklärt ZDFheute: vor allem bei großen, verschiebbaren Verbräuchen wie E-Auto oder Wärmepumpe. Lade lieber abends, wenn du zu Hause und wach bist, als im Schlaf.
- Lade im Alltag auf 80 Prozent. Das spart pro Ladung nichts, aber der Akku hält mehr Zyklen durch und muss später ersetzt werden – mehr dazu in unserem Ratgeber E-Scooter-Akku richtig laden.
- Tausche einen müden Akku. Ein Akku mit weniger Kapazität braucht mehr Ladungen pro Kilometer. Bei uns findest du einen E-Scooter Akku für die gängigsten Modelle.
- Miss nach, statt zu schätzen. Ein einfaches Strommessgerät oder eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung zwischen Steckdose und Ladegerät zeigt dir genau, wie viele kWh eine Ladung braucht – und mit einem Timer beendest du die Ladung bei etwa 80 %, falls dein Modell in der App kein Ladelimit hat. Welche smarten Steckdosen auch den Verbrauch messen, zeigt Stiftung Warentest.
- Auf der Arbeit laden? Eine volle Ladung kostet deinen Arbeitgeber nur Centbeträge – frag trotzdem vorher und lass dort ein zweites Ladegerät, dann musst du deins nicht hin- und hertragen.
Willst du Autofahrten ganz ersetzen? Vergleiche Akkugröße und reale Reichweite bei unseren E-Scootern und E-Bikes – um die Ladekosten musst du dir, wie du gesehen hast, keine Sorgen machen.






