Ein E-Scooter oder E-Bike ist teuer, lässt sich leicht weiterverkaufen und oft einfach wegtragen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik des BKA registrierte die Polizei 2025 in Deutschland 214.264 Fahrraddiebstähle. Die Aufklärungsquote lag bei 9,8 Prozent, und der durchschnittliche Schaden stieg auf rund 1.454 Euro pro Fall.
Keine Methode hält jeden Dieb auf. Mit dem richtigen Schloss, guten Gewohnheiten und einer notierten Rahmennummer wird dein Fahrzeug aber ein schwierigeres Ziel – und du bekommst es leichter zurück.
E-Scooter Diebstahlschutz: Was wirklich hilft
Schließ den E-Scooter durch den Rahmen an einen fest verankerten Gegenstand an – mit einem stabilen Bügel-, Ketten- oder Faltschloss; das mitgelieferte Kabelschloss taugt nur als Zweitschloss. Alarm und Tracker ergänzen, schließen aber nicht ab. Park nachts drinnen, sonst hell und einsehbar. Notier die Rahmennummer und zeig einen Diebstahl bei der Polizei an.
Schlösser: die Basis des Diebstahlschutzes
Entscheidend ist nicht, wie teuer das Schloss ist, sondern dass das Fahrzeug an etwas hängt, das sich nicht wegbewegen lässt – etwa an einem fest montierten Fahrradständer. Stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser schützen am besten, und beim teuren E-Bike lohnen sich zwei Schlösser.
Ein Rahmenschloss allein reicht nicht: Es blockiert nur das Rad, und das E-Bike lässt sich trotzdem wegtragen. Als Faustregel der Polizei gilt: Das Schloss darf fünf bis zehn Prozent des Fahrradpreises kosten.
Die Schlosstypen im Überblick:
| Schlosstyp | Geeignet für | Darauf achten |
|---|---|---|
| Bügelschloss (U-Lock) | Längeres Parken, am Ständer oder Pfosten | Der Bügel sollte Rahmen und Gegenstand eng umschließen. |
| Kettenschloss | Längeres Parken, an Pfosten und Geländern | Eine dicke, gehärtete Kette ist schwer zu kappen, wiegt aber mehr. |
| Faltschloss | Pendeln – leicht mitzunehmen | Prüfe, ob es um Rahmen und Gegenstand reicht. |
| Kabelschloss | Zweitschloss, kurze Stopps nur in Sichtweite | Dünne Kabel sind leicht zu knacken – nur als Ergänzung nutzen. |
| Bremsscheiben- und Lenkerschloss | Als Zweitschloss, oder sehr kurze Stopps in Sichtweite | Verhindert das Wegrollen, aber nicht das Wegtragen. |
Wie du das passende Schloss für dein Modell auswählst, erklären wir bei unseren E-Scooter-Schlössern. Dort findest du unter anderem Bügel-, Ketten-, Falt- und Bremsscheibenschlösser.
Gute Schlösser erkennen
Achte auf ein massives Schließsystem aus gehärtetem Stahl und auf unabhängige Prüfungen. Die „Sicherheitsstufen“ der Hersteller helfen wenig, denn jeder Hersteller zählt anders. Einen guten Überblick geben unabhängige Tests wie der Fahrradschloss-Test von Stiftung Warentest oder die Schloss-Übersicht des ADAC. Wird in der Produktbeschreibung keine Zertifizierung genannt, solltest du nicht annehmen, dass das Schloss zertifiziert ist.
Welches Schloss deine Versicherung verlangt, steht in den Bedingungen. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur E-Scooter Versicherung.
Durch den Rahmen anschließen
- Durch den Rahmen, beim E-Scooter gern nahe am Klappgelenk der Lenkstange, an etwas, das fest verankert ist – zum Beispiel einen Laternenmast oder einen fest montierten Fahrradständer. Typischer Fehler: das Schloss nur um die Lenkstange legen. Sie ist oft klappbar oder verschraubt, und dann lässt sich das Schloss womöglich lösen, ohne dass es aufgebrochen wird.
- Auch die Räder sichern, mit demselben Schloss oder einem Zweitschloss – beim E-Bike am besten Rahmen, Vorder- und Hinterrad zusammen.
- Das Schloss nicht auf dem Boden liegen lassen. Sonst können Diebe einen Bolzenschneider dort abstützen und ihr Körpergewicht einsetzen.
- Auch bei kurzen Stopps anschließen. „Ich bin nur kurz weg“ ist genau die Minute, die ein Dieb braucht.
- Die Sperrfunktion in der App kannst du zusätzlich nutzen, wenn dein E-Scooter eine hat. Sie hält aber niemanden davon ab, ihn wegzutragen.
Alarm und Ortung: gute Ergänzung, kein Schloss
Alarmanlage
Eine Alarmanlage mit Bewegungssensor heult los, sobald jemand das Fahrzeug bewegt, und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Täter. Das kann jemanden abschrecken, der im Vorbeigehen zugreifen will. Abschließen kann sie aber nicht, und mit leerem Akku bleibt sie stumm.
Nutze die Alarmanlage zusammen mit einem Schloss, lade sie regelmäßig und teste die Empfindlichkeit zu Hause. Es gibt auch Bremsscheibenschlösser mit eingebautem Alarm. Eine Auswahl findest du bei unseren Alarmanlagen für E-Scooter und E-Bike.
AirTag und Tracker im „Wo ist?“-Netzwerk
Ein AirTag hat kein eigenes GPS. Er sendet ein Bluetooth-Signal, das Apple-Geräte in der Nähe empfangen, und diese übermitteln den Standort an die App „Wo ist?“. Deshalb funktioniert ein AirTag am besten dort, wo viele Menschen unterwegs sind.
Versteck den Tracker gut, zum Beispiel in einer AirTag-Halterung unter dem Sattel oder am E-Scooter.
Kenne die Grenzen. Der AirTag ist gegen unerwünschtes Tracking gebaut: Wer einen fremden AirTag bei sich trägt, kann auf dem iPhone oder einem Android-Gerät eine Warnung bekommen. Ein AirTag, der länger von seinem Besitzer getrennt ist, spielt außerdem einen Ton ab, wenn er bewegt wird.
Ein Dieb kann den Tracker also entdecken und entfernen. Trotzdem kann er die Chance erhöhen, dass du dein Fahrzeug wiederfindest. Sieh ihn als Ergänzung zum Schloss, nicht als Ersatz dafür.
GPS-Tracker mit SIM-Karte
Ein GPS-Tracker mit SIM-Karte sendet seinen Standort selbst über das Mobilfunknetz, auch wenn kein Smartphone in der Nähe ist. Gerade beim teuren E-Bike lohnt sich das.
Achte darauf, dass der Tracker den Standort auf dem Handy anzeigt und Alarm gibt, wenn das Fahrzeug bewegt wird oder einen festgelegten Bereich (Geofence) verlässt.
Meist brauchst du dafür ein Abo, und der Tracker braucht Strom – aus einem eigenen Akku oder aus dem Fahrzeug. Manche E-Scooter und E-Bikes haben Ortung oder Alarm schon in der App. Was dein Modell kann, steht in der Anleitung.
Wie sich AirTag und GPS-Tracker im Alltag unterscheiden und was die Abos kosten, zeigt der ADAC in seinem Überblick GPS-Tracker fürs Fahrrad.
Denk an den Datenschutz: Nutze den Tracker nur an deinem eigenen Fahrzeug. Leihst du es jemandem, sag Bescheid, dass ein Tracker eingebaut ist, und nutze ihn nie, um eine Person zu überwachen.
Parken und Gewohnheiten
- Den E-Scooter mitnehmen. Ein E-Scooter lässt sich zusammenklappen und mitnehmen – ein echter Vorteil gegenüber dem E-Bike, den wir auch im Vergleich E-Scooter oder E-Bike durchgehen.
- Nachts drinnen – und auch dort anschließen. Stell das Fahrzeug in die Wohnung, einen abgeschlossenen Keller oder Fahrradraum. Gerade teure E-Bikes werden oft aus schlecht gesicherten Kellern und Garagen gestohlen.
- Hell und gut einsehbar. Meide dunkle Ecken und einsame Plätze. Wo andere vorbeikommen, fällt ein Diebstahlversuch eher auf.
- Akku mitnehmen oder sichern. Nimm den Akku des E-Bikes mit. Ist dir das zu umständlich, sichere ihn mit einem zusätzlichen stabilen Schloss – die Akkuschlösser vieler E-Bikes reichen nicht. Bei vielen E-Scootern ist der Akku fest im Rahmen verbaut, und dann zählt das Schloss umso mehr.
- Das Display mitnehmen, wenn es sich abnehmen lässt, ebenso lose Teile wie Korb oder Lampe.
- Den Werkscode ändern. Stell bei Zahlenschlössern einen eigenen Code ein und bewahre den Ersatzschlüssel zu Hause auf, nicht in der Tasche am Fahrzeug.
- Ein Dach schützt auch die Elektronik vor Regen und Feuchtigkeit. Mehr dazu, wie du mit dem E-Scooter bei Regen umgehst.
Rahmennummer, Codierung und Fahrradpass
Findet die Polizei ein gestohlenes Fahrzeug, muss sie es dir zuordnen können. Dafür braucht sie eine möglichst genaue Beschreibung und eine individuelle Kennzeichnung.
- Rahmennummer notieren. Wo der Hersteller sie angebracht hat, steht in der Anleitung. Findest du dort nichts, such nach einer eingeschlagenen oder eingravierten Nummer am Rahmen. Achte darauf, dass es eine individuelle Nummer ist und keine Artikel- oder Teilenummer.
- FIN beim E-Scooter. E-Scooter mit Straßenzulassung haben ein Fabrikschild mit Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Notiere dir auch diese Nummer.
- Fahrradpass ausfüllen. Die Polizei bietet ihn im kostenlosen Faltblatt „Räder richtig sichern“ zum Ausfüllen an. Darin trägst du Rahmennummer, Codiernummer, Marke und Modell ein und ergänzt ein Foto. Der Pass eignet sich auch für E-Scooter.
- Kaufbeleg aufbewahren. Als Eigentumsnachweis reicht der Fahrradpass nicht, dafür brauchst du den Kaufbeleg. Heb ihn mit Fotos von Fahrzeug, Nummer und besonderen Merkmalen gut auf, am besten auch digital.
- Codieren oder gravieren lassen. Eine individuelle Kennzeichnung, meist als Gravur im Rahmen, macht dein Rad für Diebe schwerer verkäuflich. Beim Codieren wird ein Code mit deiner verschlüsselten Wohnanschrift angebracht. Das bieten zum Beispiel der ADFC und teils auch die Polizei an. Welches Verfahren zu deinem Rahmen passt, erfährst du dort.
- Ohne eigene Nummer selbst kennzeichnen. Hat dein E-Scooter keine eigene Rahmen- und Akkunummer, kennzeichne ihn selbst.
Wenn der E-Scooter gestohlen wurde
- Läuft der Diebstahl gerade? Wähl 110 (in Österreich 133) oder den Euronotruf 112.
- Zeig den Diebstahl an, so schnell wie möglich – auf einer Polizeidienststelle in deiner Nähe oder über die Onlinewache der Polizei deines Bundeslandes. Halte Rahmennummer oder FIN, Marke, Modell, Farbe und den Fahrradpass bereit und sag, ob das Fahrzeug abgeschlossen war und woran man es erkennt. In Österreich geht die Anzeige bei jeder Polizeidienststelle, unter bestimmten Voraussetzungen auch online.
- Hat dein Tracker einen Standort, gib ihn der Polizei. Such nie allein nach deinem Fahrzeug.
- Melde den Diebstahl deinem Versicherer, falls du versichert bist – mit der Anzeige, dem Kaufbeleg und der Rahmennummer. Was eine Versicherung leistet, erklären wir im Ratgeber zur Versicherung bei Diebstahl.
- Codes und Passwörter ändern, wenn das Schloss einen Code hatte oder das Fahrzeug mit einem Konto in einer App verbunden war.
Brauchst du eine Kopie deiner Rechnung oder Bestellbestätigung, kontaktiere unseren Kundenservice.





