Einen E-Scooter mit 50 km Reichweite zu finden, klingt einfach – viele Modelle versprechen auf dem Karton mehr. Doch die Zahl gilt fast immer unter Idealbedingungen. Hier erklären wir, wie die Reichweite gemessen wird, was unabhängige Tests zeigen und welche Modelle auch bei 25 km/h noch Reserve für 50 km haben. Wir vergleichen vier E-Scooter von vier Marken mit den Angaben aus den Wheelyshop-Produktdaten.
Kurze Antwort: welche schaffen wirklich 50 km?
Die Zahl auf dem Karton gilt meist bei niedrigem Tempo, plane also Reserve ein. Laut unseren Produktdaten hat der NAVEE XT5 Max 110 km (899 Wh), der Segway Ninebot MAX G3 80 km, der KuKirin M4 Max 64 km und der Dualtron Togo Plus 50 km. Bei Kälte, am Berg und mit mehr Gewicht wird es weniger. Für alle gelten 2 Jahre gesetzliche Gewährleistung.
Vier E-Scooter von vier Marken in Zahlen
| Modell | Angegebene Reichweite | Reichweite bei höherem Tempo | Akku | Höchstgeschwindigkeit | Gewicht | Max. Zuladung | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| NAVEE XT5 Max | 110 km | nicht angegeben | 899 Wh | 50 km/h (Drossel 25 km/h) | 35,6 kg | 150 kg | 1300–1400 € |
| Segway Ninebot MAX G3 | 80 km | nicht angegeben | 597 Wh | 45 km/h (Drossel 25 km/h) | 24,6 kg | 130 kg | 1200–1300 € |
| Dualtron Togo Plus (48 V 15 Ah) | 50 km | nicht angegeben | 720 Wh | 40 km/h | 24,4 kg | 100 kg | 1000–1100 € |
| KuKirin M4 Max | 64 km | nicht angegeben | ca. 874 Wh | 45 km/h (Drossel 25 km/h) | 24 kg | 120 kg | 700–800 € |
Quelle: Wheelyshop-Produktdaten, November 2026. Die Reichweite bei höherem Tempo ist in unseren Produktdaten nicht angegeben. Die Wattstunden haben wir aus Volt und Amperestunden berechnet. Die Höchstgeschwindigkeit ist die des Modells; mehrere haben eine Drossel auf 25 km/h. Die Preisklassen gelten für November 2026.
So wird Reichweite gemessen – und darum weicht sie ab
Für die Reichweite von E-Scootern gibt es keine einheitliche Messnorm. Deshalb lassen sich die Zahlen verschiedener Marken nicht direkt vergleichen, und das Kleingedruckte zählt.
Die Bedingungen der Hersteller
Die meisten Hersteller messen mit 75 kg Fahrergewicht bei konstantem Tempo um 15 km/h, auf ebenem, trockenem Asphalt und bei 20–25 °C. Laut Cleanrider (auf Französisch) geschieht das oft im Eco-Modus, ohne Stopps an Kreuzungen und teils auf dem Rollenprüfstand. Die Stiftung Warentest schreibt, dass die Reichweite im Alltag oft deutlich geringer ausfällt – je nach Fahrergewicht, Fahrstil, Temperatur und Strecke. Rechne deshalb bei dem Tempo, das die meisten in der Stadt fahren, mit weniger Reichweite.
Was unabhängige Tests zeigen
Der ADAC misst auf dem Prüfstand, aber praxisnah: 90 kg Fahrergewicht, Licht an und volle Geschwindigkeit, bei den getesteten Modellen 20–22 km/h. Im E-Scooter-Test des ADAC 2026 lagen die Reichweiten zwischen 33,8 und 47,9 km. Der ADAC kritisiert, dass die Herstellerangaben oft deutlich darüber liegen. Kein getestetes Modell kam unter diesen Bedingungen auf 50 km – ein guter Grund, einen größeren Akku zu wählen, als du zunächst denkst.
Cleanrider fuhr mit fünf E-Scootern dieselbe Stadtrunde mit 75 kg Fahrergewicht. Die echte Reichweite lag 20 bis 57 Prozent unter der Angabe, der Verbrauch bei etwa 11–18 Wh pro Kilometer. Ein Dualtron Togo mit 30 km Angabe (kleinerer Akku als der Togo Plus in der Tabelle) schaffte 24 km und verlor am wenigsten. Segway-Ninebot und Xiaomi lagen in diesem Test am weitesten unter ihren Angaben – ein Hinweis darauf, dass du bei jedem Hersteller mit Abschlägen rechnen solltest, nicht nur bei günstigen Marken.
Selbst rechnen: wie groß muss der Akku für 50 km sein?
Der Energiegehalt des Akkus in Wattstunden (Wh) sagt mehr als die höchste Kilometerzahl. Hast du nur Volt und Amperestunden, multiplizierst du sie: 48 V × 15 Ah = 720 Wh. Mit den von Cleanrider gemessenen 11–18 Wh pro km ergibt sich ungefähr:
- 600 Wh: etwa 33–54 km
- 720 Wh: etwa 40–65 km
- 870–900 Wh: etwa 49–82 km
Der niedrige Wert gilt für Kälte, Steigungen, hohes Tempo und mehr Gewicht, der hohe für ruhiges Fahren auf glattem Asphalt. Eine vorsichtige Faustregel: Wähle einen Scooter, der etwa die Hälfte mehr schafft als deine geplante Strecke. Fährst du 50 km am Tag, heißt das rund 75 km Reichweite bei deinem Tempo – oder Laden bei der Arbeit.
Ein Beispiel aus der Tabelle: Der Ninebot MAX G3 hat 597 Wh. Nach der Rechnung oben reicht das für etwa 33–54 km, unsere Produktdaten nennen 80 km. Die Angabe liegt damit sogar über dem, was die von Cleanrider gemessenen Verbrauchswerte ergeben – sie gilt eben nur unter Idealbedingungen. Der XT5 Max mit 899 Wh landet rechnerisch bei etwa 50–82 km – und hat damit als einziger auch im ungünstigen Fall noch rund 50 km Reserve.
Für wen passt welches Modell?
NAVEE XT5 Max – die größte Reserve
Mit 899 Wh hat der XT5 Max den größten Akku im Vergleich und die größte Reichweite, 110 km. Die 12-Zoll-Geländereifen und 150 kg Zuladung machen ihn stark auf Schotter und für schwerere Fahrer. Der Preis dafür sind 35,6 kg – er passt, wenn du Platz in Flur, Garage oder Keller hast. Weitere Modelle findest du bei unseren NAVEE E-Scootern.
Segway Ninebot MAX G3 – für lange Pendelstrecken
Der MAX G3 hat 80 km Reichweite und 597 Wh. Er lädt in 2,5–3,5 Stunden – leicht nachzuladen während des Arbeitstags. Pannensichere 11-Zoll-Reifen, Federung vorn und hinten und 130 kg Zuladung machen ihn zur soliden Wahl für lange Wege. Weitere Modelle findest du bei unseren Ninebot E-Scootern.
Dualtron Togo Plus – für leichtere Fahrer
Der Togo Plus hat 48 V 15 Ah (720 Wh) und laut unseren Produktdaten 50 km Reichweite. Er wiegt 24,4 kg und hat Federung vorn und hinten, die Zuladung liegt aber bei 100 kg. Wiegst du mehr, nimm ein anderes Modell. Weitere Modelle gibt es bei unseren DUALTRON E-Scootern.
KuKirin M4 Max – der größte Akku fürs Geld
Der M4 Max hat einen Akku mit 48 V 18,2 Ah, also rund 874 Wh, und ist der günstigste der vier. Die Reichweite liegt laut unseren Produktdaten bei 64 km. Er hat Scheibenbremsen vorn und hinten, Federung und 10-Zoll-Geländereifen. Laden dauert 9–10 Stunden. Weitere Modelle findest du bei unseren KuKirin E-Scootern.
Häufige Fehler beim Reichweitenvergleich
- Die größte Zahl vergleichen: 110 km bei 15 km/h und 50 km bei 25 km/h können fast denselben Akku bedeuten. Vergleiche beim gleichen Tempo oder vergleiche Wh.
- Ah statt Wh zählen: 15 Ah sind bei 36 V 540 Wh, bei 48 V 720 Wh. Die Spannung gehört dazu.
- Den Winter vergessen: Kälte verringert die Reichweite, weil die chemischen Vorgänge im Akku langsamer ablaufen. Viele Hersteller geben deshalb Betriebstemperaturen an, unter denen du nicht fahren oder laden solltest. Eine Strecke, die im Mai locker reicht, kann im Januar zu lang sein.
- Genau 50 km für 50 km kaufen: der Akku verliert mit den Jahren Kapazität, die Reserve von heute schrumpft also.
- Das Gewicht vergessen: mehr Reichweite heißt größerer Akku und mehr Kilo. Trägst du den Scooter oft Treppen hoch oder in die Bahn, sind ein leichteres Modell und Laden im Büro oft klüger.
So hält die Reichweite im Alltag
Wie du fährst, wirkt sich so stark aus wie die Akkugröße. Das bringt am meisten:
- Im sanfteren Modus fahren: der Eco-Modus mit niedrigerer Höchstgeschwindigkeit und weicher Beschleunigung bringt die meisten Kilometer pro Ladung.
- Reifendruck prüfen: zu wenig Luft erhöht den Rollwiderstand. Prüfe den Druck alle zwei Wochen, bei Kälte öfter.
- Akku drinnen lagern: der ADAC rät, den E-Scooter trocken und kühl zu lagern – 10 bis 15 °C sind optimal – und ihn vor einer längeren Pause auf etwa 60 Prozent zu laden.
- Schonend laden: laut Battery University (auf Englisch) hält ein Lithium-Ionen-Akku länger, wenn er nicht voll geladen in der Wärme steht und du ihn nicht ganz leer fährst.
- Sicher laden: im Akku-Stresstest des ADAC heißt es, die größte Gefahr entstehe beim Laden. Nutze das Originalladegerät, lade nicht unbeaufsichtigt und zieh den Stecker, wenn der Akku voll ist.
Eine einfache Faustregel: Fahr deine übliche Strecke ein paar Mal und notiere, wie viel Prozent sie kostet. So siehst du schnell, ob du Reserve für den Winter hast. Mehr Tipps stehen in E-Scooter Reichweite erhöhen, weitere Modelle bei unseren E-Scootern mit großer Reichweite. Was auf öffentlichen Straßen gilt, steht in den E-Scooter-Regeln in Deutschland.






